Dies & dasIn dieser Rubrik möchte ich in loser Folge allerlei Interessantes rund ums Bogenschiessen erzählen. Wiederum verweise ich dabei auf die Quellen in der Literaturliste. Robin HoodDer erste Name, der uns einfällt, wenn wir über's Bogenschiessen reden, ist sicherlich "Robin Hood". Aber nur die Wenigsten wissen, dass der, den wir damit immer meinen, eigentlich nur eine Nebenfigur in Sir Walter Scott's Roman "Ivanhoe" ist. Vielleicht bringt der folgende Text etwas Erleuchtung ins Dunkel der Geschichte: aus [23] Wer oder Was Robin Hood wirklich war ist unbekannt. In zahlreichen Erzählungen und Filmen wird er als Vogelfreier, Edelmann und / oder Kämpfer gegen die Ungerechtigkeit dargestellt. Eine der grössten Legenden um Robin Hood besagt, dass er Reiche beraubt hätte um den Armen zu geben - davon ist aber in den ursprünglichen Texten nichts zu lesen. Überlieferte Texte helfen auch nicht weiter: Robert Hood (1226), Gilbert Robinhod (1296), Robert Hood (1316), Robyn Hood (1323) oder Robyne Hude (1420) sind nur ein paar Namen. Nach der Pest, ab Mitte des 14. Jhdts. wurde von Gelehrten, bei Gerichten und am Hof zunehmend Englisch statt Französisch oder Latein gesprochen. Die ersten datierbaren Hinweise auf Robin Hood stammen aus dem 1377 erschienenen Werk William Langland's "Piers Plowman"; dort sagt ein Priester, dass er die Reime von Robyn Hood und Randolf Earl of Cestre besser kenne, als das Vaterunser. Die sechs ältesten schriftlich überlieferten Werke stammen alle aus der Zeit vor/um 1500, als man in Europa mit der Papierproduktion begann und Schreibmaterial in grösseren Mengen zur Verfügung stand.
Da die Geschichten um Robin Hood schon 1377 in Versform verbreitet waren, müssen sie logischerweise vorher entstanden sein. In "The Gest of Robyn Hode" wird "Edward our comely king" (Eduard unser gut aussehender König) beschrieben. Dabei kann es sich um Edward I. (1272 - 1307) bzw. Edward II. (1307 - 1327) handeln. Unter dem Vater von Edward I., dienten Bogenschützen aus der Gegend von Nottingham und Derby. Edward I. + II. boten vogelfreien Bogenschützen Straffreiheit an, falls sie ihren Bogen in den Dienst des Königs stellen würden. In der damaligen Zeit waren Pfeile und Bogen alltägliche Gebrauchsgegenstände, die nicht nur von den Bürgerwehren, sondern auch von Verbrechern gebraucht wurden. Auf Wildern in den königlichen Wäldern stand die Todesstrafe, so dass ein hungriger Mensch schnell zum heimatlosen Verbrecher werden konnte. Es gab genug Stoff für Erzählungen und Legenden, die dann weiter erzählt oder von fahrenden Sängern verbreitet wurden. Ab dem 15. Jhdt. wurden die "May Games" (Mai-Spiele) in England gefeiert. Im keltischen Jahreszyklus kommt nach Beltane (entspricht Walpurgisnacht), mit dem 1. Mai der Beginn des Sommerhalbjahres. Zu den teilweise zügellosen Festen gehörten Spiele, Tanz, Mai-Baum aufstellen usw. In einigen Orten wurden Mai-Königin und -König gewählt. Diese wurden lokal auch Marian und Robin (Hood) genannt - nach dem Schäferspiel "Le Jeu de Robin et de Marion" des französischen Trouvère Adam de la Halle. Bis 1700 (oder genauer gesagt, bis heute) wurden neue Robin Hood Geschichten erfunden, oft mit einem Bogenschiesswettbewerb als zentralem Ereignis. Im 18. Jhdt. begann man auch Gebäude, Höhlen oder Quellen zu benennen, an denen die sagenhaften Ereignisse geschehen sein sollten - und auch heute kann man sich Ende Juli im Sherwood Forest bei einem Robin Hood Festival vergnügen. PfeilparadoxonDer PhiIosoph Zenon von EIea (ca. 490 - 430 v.Chr.) gilt in der Geschichte der Logik als Erfinder der Dialektik; die in Gesprächen neue Erkenntnisse entwickelt. Durch seine Aporien wollte er das logische Denken fördern. Aporien sind philosophische Probleme, die auf Grund eines in sich selbst liegenden Widerspruches unlösbar sind. In dem Pfeilparadoxon vom fliegenden Pfeil behauptet er. dass ein fliegender Pfeil still steht und sich gar nicht bewegt. Denn zu jedem (extrem kurzen) Zeitpunkt befindet er sich an einer bestimmten Stelle. Er bewegt sich nicht dort wo er ist und auch nicht, wo er nicht ist. Er bewegt sich deshalb gar nicht. [23] (C) Bogenschützen-Club Spreitenbach - Letzte Änderung: 7.4.2003 |