Pfeile

Jeder Pfeil muss auf die Auszugslänge des Schützen und das Zuggewicht des Bogens abgestimmt sein, darum muss man auch auf die Steifheit des Schaftes (Spinewert) achten.

Das folgende Bild verdeutlicht den Vorgang beim Abschuss eines Pfeils (Bildquelle [22]).

Beim Abschuss beschleunigt die Sehne und drückt das Pfeilende nach vorn. Durch die Massenträgheit verharrt aber die Spitze noch auf ihrer Position, weshalb sich der Schaft verbiegt. Da sich die Spitze nun verzögert ebenfalls in Schussrichtung bewegt, wird die in der Verformung gespeicherte Energie frei und der Pfeilschaft schwingt auf die andere Seite. Dieser Vorgang wiederholt sich einige Male, bis die Eigenbewegung des Pfeils nach einigen Metern durch die Federn gedämpft wird.

Ist der Schaft zu weich, wird er beim Abschuss zu stark verbogen oder bricht sogar. Ist er zu hart, schwingt er nicht um den Bogen herum und fliegt seitlich aus der Ziellinie.

Auch die Spitzen werden an den jeweiligen Einsatz angepasst, so unterscheidet man z.B. zwischen Scheiben-, Jagd- und Kriegsspitzen.


Pfeile für den Langbogen

Langbogenpfeile sind, wie könnte es anders sein, aus Holz (meist Zedern- oder Kiefernholz) und haben gefärbte oder ungefärbte Naturfedern. Anhand eines Pfeils von Martin möchte ich kurz die Begriffe erklären:

Spitze

  

  

Schaft

  

  

  

  

  

  

  

  

Markierungen

  

3 Federn

Nocke



Wie folgende Beispiele zeigen, machen die meisten Langbogenschützen ihre Pfeile selber. Dabei sind der farblichen Kreativität keine Grenzen gesetzt. Sowohl Federn als auch Spitzen gibt es in unterschiedlichsten Ausführungen.

Die Federn sind meist auf ihre endgültige Form zugeschnitten, wenn man sie kauft. Sie müssen nur noch in die Klammer des Befiederungsgeräts gesteckt werden. Danach kommt eine Spur Leim auf den Federkiel und das Ganze wird durch einen Magneten am Ständer befestigt. Die Position und der Winkel der Feder können am Ständer eingestellt werden. Oft werden sie leicht schräg auf den Schaft geklebt, damit der Pfeil im Flug um die Längsachse rotiert und stabiler fliegt. Nun noch die Klammer mit der Feder an den Pfeilschaft drücken und warten, bis der Leim getrocknet ist.

Damit die Federn nicht abgeschlagen werden, wenn der Pfeil irgendwo streift, wird der Anfang häufig mit einer Wicklung umgeben.


Spitzen

So unterschiedlich wie die Federn können auch die Pfeilspitzen ausgelegt sein. Da ich hier nicht alle Varianten darstellen kann, ist unten nur eine Auswahl der gebräuchlichsten Spitzen aufgelistet.

Kugelsteckspitzen

Feldspitze und Bluntspitze

Jagdspitze (Broadhead)

Weitere Infos zu historischen Pfeilen sind in unserem Geschichtsteil zu finden.


Pfeile für den Recurvebogen

Pfeile für Recurve- und Compoundbögen unterscheiden sich weit weniger, als solche für Langbogen. Folgendes Beispiel zeigt einen typischen Carbonpfeil:

      

 

Spitzen
gibt's in verschiedenen Längen d.h. in verschiedenen Gewichten. Sie werden in den Schaft eingeschraubt oder eingesteckt und geleimt.

Schäfte
aus Aluminium sind meist etwas dicker als Schäfte aus Carbon. Dies kann u.U. beim Scheibenschiessen von Vorteil sein, weil so ev. der nächst höhere Ring noch "angekratzt" werden kann.

Federn
gibt's auch in fast allen möglichen Farben und werden auf die selbe Weise aufgeklebt, wie oben gezeigt.

Nocken
werden entweder in den Schaft oder auf den Schaft gesteckt und oft auch verleimt.


Pfeile für den Compoundbogen

Pfeile für Recurve- und Compoundbögen unterscheiden sich weit weniger, als solche für Langbogen. Die Steifheit ist mit Sicherheit anders, da Compoundbögen eine weit höhere Beschleunigung haben.

Bei vielen Pfeilen sieht man, dass eine Feder andersfarbig ist, als die anderen. Diese Feder nennt man Leitfeder. Bei Recurve- und Langbögen ist diese Feder immer rechtwinklig zur Sehne angeordnet und zeigt immer vom Bogen weg. Bei den Compoundbögen kann sie je nach Pfeilauflage auch nach oben oder unten zeigen.


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(C) Bogenschützen-Club Spreitenbach - Letzte Änderung: 11.4.2003